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Bericht des Weißenburger Tagblatts vom 16.01.2009

Generalversammlung der FFW Weißenburg

So viele Einsätze wie noch nie

Toni Jäger gibt nach 22 Jahren Amt des stellvertretenden Kommandanten ab - Großbrand in der Altstadt

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Ein Feuer mit verheerenden Folgen: Den 105 Feuerwehrmännern gelang es nicht, die Buchhandlung Meyer zu retten (Archivfoto: Renner)

WEISSENBURG (kat) – 2008 war für die Freiwillige Feuerwehr Weißenburg (FFW) das Jahr mit den meisten Einsätzen in ihrer Geschichte. Die gefährlichsten Einsätze waren der Großbrand bei der Buchhandlung Meyer, der Wohnhausbrand der Familie Kreißl und die Flammen in der Firma Ossberger, bei der höchste Explosionsgefahr bestand. Bei der Generalversammlung wurden aber auch einige Personalentscheidungen getroffen.

Nach 22 Jahren beendet Toni Jäger aus familiären Gründen seinen Dienst als stellvertretender Kommandant bei der FFW Weißenburg. Er bleibt aber weiter als Löschmeister aktiv. Zu Jägers Nachfolger wurde mit überwältigenderMehrheit Gerhard Eichner gewählt. Der 42-Jährige ist seit 1998 Löschmeister, außerdem Atemschutzgeräteträger,Gerätewart und Ausbilder für Maschinisten. Der FFW Weißenburg trat er 1985 bei. Der Kfz-Meister ist derWunschkandidat von Amtsvorgänger Jäger.

Nach der Kommandantenwahl, die Oberbürgermeister Jürgen Schröppel leitete, standen zwei weitere Neuwahlen an. Als Löschmeistervertreter wurden Stefan Schönemann und Anton Jäger gewählt. Die Kassenprüfer Tobias Kamm und GerhardWägemann wurden per Akklamation in ihrem Amt bestätigt.

Spektakuläre Übung

Kommandant Klaus Knaupp legte in seinem Bericht Rechenschaft über den Übungsbetrieb und die Ausbildung ab. Imvergangenen Jahr wurden 17 Übungen für die Gesamtwehr und jweils acht für die Maschinisten und dieAtemschutzgeräteträger abgehalten. Außerdem wurde im Juni die Wehr von Kreisbrandrat Werner Kastner inspiziert. Als Übungsszenario wurde der Brand eines Teerkochers auf dem Dach der Dreifachturnhalle an der Hagenau angenommen. Bei dem dargestellten Unglücksfall mussten auch zwei verletzte Personen durch die Feuerwehr gerettetwerden.

Mit ihrer Übung am Gotischen Rathaus sorgten die Feuerwehrler in der Aktionswoche im September für Aufsehen unter den Passanten. Die Männer "retteten" mit der Drehleiter OB Schröppel. An dieser Übung beteiligten sich fast alle Ortsteilwehren. Ziel war der Aufbau einer umfangreichen Wasserversorgung zur Bekämpfung eines Großbrandes in der Altstadt. Zusätzlich wurde eine fast 1 500 Meter lange Schlauchleitung vom Aumühlweiher bis zum Rathaus aufgebaut. Das war auch nötig, denn der nahe gelegene Seeweiher war bei der Übung leer. "Wie wichtig solche Übungen sind, hat der Großbrand in der Buchhandlung Meyer bewiesen", betonte Kommandant Knaupp.

Auch im vergangenen Jahr wurde viel Wert auf eine gute Ausbildung gelegt. Drei Männer ließen sich zu Maschinisten für Feuerlöschpumpen ausbilden und nahmen am Funklehrgang auf Landkreisebene teil. Sechs Feuerwehrler absolvierten ein Brandübungstraining. Nach über 30 Jahren legten erstmals wieder zwei Feuerwehrmänner die Prüfung für den Lkw-Führerschein ab. "Diese Maßnahme war notwendig, da kaum mehr Feuerwehrmitglieder den Lkw-Führerschein für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen besitzen", erklärte Knaupp. Früher hätten viele den Schein während ihres Wehrdienstes erworben. Das sei heute nicht mehr so.

Die Führerscheinkosten in Höhe von 2 500 Euro wurden zum Großteil von der Stadt Weißenburg (1 500 Euro) und dem Feuerwehrverein (500 Euro) übernommen. Den Rest mussten die beiden Fahrschüler selbst tragen. Ebenfalls aus Vereinsmitteln wurde die Beklebung der Fahrzeugkonturen mit reflektierender Folie bezahlt, um die Fahrzeuge in der Dunkelheit besser sichtbar zu machen. Notwendige Geräte zur Höhensicherung wurden außerdem ergänzt.

Die Stadt Weißenburg beschaffte auf Vorschlag der Feuerwehr einen Sprungretter (ein Sprungtuch, das die Auftragswucht der fallenden Person durch Luftpolster auffängt) und 30 Einsatzüberhosen. Des Weiteren wurden drei über 30 Jahre alte Handfunkgeräte durch neue ersetzt.

In Eigenleistung haben Mitglieder der Wehr einen Übungsraum für Atemschutzgeräteträger im Keller des Gerätehauses eingerichtet. Am Schlauchturm wurde eine Steigleitung für Übungszwecke montiert.

So viele Einsätze wie noch nie

Insgesamt haben die FFWler 2008 122 technische Hilfeleistungen vorgenommen. Ferner wurden sieben Sicherheitswachen (zum Beispiel auf dem Altstadtfest und der Kirchweih) geleistet, und elfmal rückten die Fahrzeuge zu Fehlalarmen aus. "Das ergibt eine Gesamtzahl von 173 Einsätzen – so viele hatten wir noch nie!" so Knaupp. Dazu kamen noch 66 Bereitschaftsdienste in der Nachalarmierungsstelle und 14 Überwachungen der Gleichwellenfunkanlage. Insgesamt waren die Mitglieder der FFW somit 253-mal unterwegs.

Der erste Vorsitzende des Vereins Freiwillige Feuerwehr Weißenburg, Klaus Höhne, blickte auf das Vereinsjahr zurück. Die Beteiligung an den gesellschaftlichen Ereignissen wie dem Feuerwehrfest in Haardt aber auch bei "Pflichteinsätzen" wie der Säuberung des Bergwaldtheaters sei sehr gut gewesen. Dennoch gab Höhne für 2009 die Parole "Mitgliederwerbung" aus. Nicht nur Jugendliche würden gesucht, sondern auch Männer mittleren Alters. "Wir haben uns 60 Mann in der aktiven Wehr als Untergrenze gesetzt – momentan sind wir bei 61", erklärte Höhne. Dazukommen noch 35 passive und zehn jugendliche Mitglieder.

Katja Kölbl

© WEIßENBURGER TAGBLATT


Siehe auch den 2ten Bericht des Weißenburger Tagblatts über die Generalversammlung vom 17.01.2009.

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letzte Änderung: 17.01.2009