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Die Gründungsmitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Weißenburg
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Die Freiwillige Feuerwehr Weißenburg i. Bay. wurde im Jahre 1867 nach mehr als zweijährigen
Bemühungen seitens der Stadt gegründet. Am 02. Januar 1867 konstituierte sich ein neunköpfiger Verwaltungsausschuß des neuen Vereins. . Die Dauer zwischen dem entscheidenden Beschluß des Weißenburger Magistrats (27. 11. 1865) und dem angeführten Gründungsdatum ist durch finanzielle Schwierigkeiten zu erklären.
Die von den Gemeindeverwaltungen und insbesondere von den staatlichen Behörden betriebene Gründung Freiwilliger Feuerwehren war die Antwort auf die Herausforderungen des beginnenden Industriezeitalters auch in den kleinen Städten. Seit 1806, also seit dem Verlust der Reichsfreiheit und dem Zerfall der Zünfte, herrschte nämlich eine gewisse Unsicherheit im Feuerlöschwesen der ehemaligen Reichsstadt.
Nach der Eingliederung in das Königreich Bayern traten an die Stelle der alten Zünfte freiwillige Helfer, die Turner und teilweise auch die Arbeitervereine.
Mit der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wurde das Feuerlöschwesen auf eine neue, solidere Basis gestellt. Die Bereitschaft der Bevölkerung zum Engagement war außerordentlich.
Die erste Übung wurde im Oktober 1867 durchgeführt. Sie führte auf das Dach des damaligen „Rentamtgebäudes" am Markplatz, heute Sitz des Oberbürgermeisters der Stadt und eines Teiles der sogenannten Inneren Verwaltung.
Auch ein Feuerwehrhaus, in der Sprache der Zeit „Feuerlöschrequisitenhaus" (das Haus Bachgasse Nr. 9) fand sich bald.
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Feuerfahne und -laterne
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Schon damals war eines der Hauptprobleme der Feuerwehr die möglichst schnelle Alarmierung. Sie wurde über die ständig besetzte Stube auf dem Turm der St. Andreaskirche vorgenommen. Brach bei Nacht ein Brand aus, wurde eine rote Laterne aus dem Turm in die Himmelsrichtung gehalten, aus der der Flammenschein zu beobachten war. Bei Tage erfüllte eine rote Fahne denselben Zweck.
Auch die damalige Feuerwehr hatte Probleme mit allzu neugierigen Bürgern. Um sie zu vertreiben wurde daher in der Gründungsphase für den Kommandanten eine Hupe beschafft.
Festgehalten sei auch noch der erste Brandeinsatz der nunmehr Freiwilligen Feuerwehr Weißenburg: Er fand am 18. 03. 1867 statt. Es handelte sich um einen kleinen Kellerbrand im heute noch bestehenden Hotel-Gasthof „Krone" in der Rosenstraße.
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Kdt. Tröltsch
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Ein Kommandant aus der Gründungszeit soll, ohne die Leistungen anderer zurückzusetzen, in dieser kursorischen Zusammenfassung besonders erwähnt werden. Es handelt sich um den zweiten Kommandanten Friedrich Tröltsch, aus alter und bekannter Weißenburger Familie stammend. Er war Mitbegründer der Wehr und Kommandant von 1875 bis 1898. Im Jahre 1896 wurde er sogar an die Spitze aller mittelfränkischen Feuerwehren gewählt.
Ständig war die Feuerwehr, aber auch der Stadtmagistrat um Verbesserungen der Organisation, der Ausrüstung und der Schlagkraft bemüht. So wurde bereits 1879 an der Niederhofener Straße ein sogen. „Steigerturm" mit immerhin 17 m Höhe errichtet. Daneben entwickelte man ein dezentrales System zum schnellen Brandeinsatz. An vier Stellen der Altstadt (im alten Bauhof, in der Schranne, im Steinkasten und im Rathaus) wurden vier Spritzen bereitgehalten. Es ist dies ein System, wie es ähnlich während der Reichsstadtzeit schon bestand. Mit dem Ausbau der Wasserversorgung ging eine Verbesserung des Feuerschutzes durch Aufstellung von Hydranten einher.
Nach den vier Jahren des Ersten Weltkriegs - viele Weißenburger Feuerwehrmänner mussten Krieg, Gefangenschaft und Tod erleiden - wurde 1920 ein Durchbruch in der seit Jahrzehnten problematischen Alarmierung erreicht. Es wurde ein Apparat aufgestellt, an den die Wohnungen von 25 Feuerwehrmänner angeschlossen werden konnten. Durch einfachen Hebeldruck auf der Polizeiwache konnten diese Personen auf einmal alarmiert werden.
Wenn wir uns in dieser Zeit mit den Namen der Feuerwehrmänner und insbesondere den Mitgliedern des Verwaltungsrates beschäftigen, dann stellen wir fest, dass diese Feuerwehr tief in der alteingesessenen Bürgerschaft verwurzelt war. Namen wie Fürst, Adel, Beck, Hoffmann, Assmann, Pauckner, Stoll, Rascher, Bader, Gröschel, Degenhardt und Braun tauchen immer wieder auf.
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Der erste Löschzug 1930
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Die Zeit bis 1933 brachte entsprechend der beginnenden Motorisierung und verbesserten Technisierung
neue Einrichtungen. So kaufte die Stadt Weißenburg im Jahre 1925 erstmals eine
zweirädrige Motorspritze mit 25 PS-Motor und einer Pumpe mit 800 bis 1000
1/min.-Leistung zum Gesamtpreis von 7000 Reichsmark. 1929 schließlich
wurde das erste Kraftfahrzeug durch die Stadt angeschafft, ein Magirus
Mannschafts- und Gerätewagen. Mit seinem 55 PS-Motor übernahm dieses Fahrzeug
ab sofort den Transport der vorgenannten Spritze, die Beförderung des nötigen
Bedienungspersonals und des Schlauchmaterials. Dies war immerhin die erste Autospritze im Umkreis von 50 km.
Eine Kuriosität sei in diesem Zusammenhang am Rande erwähnt: Die uns heute selbstverständlich
erscheinende Farbe Rot hielt erst 1932 Einzug in unsere Feuerwehr. Der
einheimische Malermeister Ludwig Bader jr. sorgte dafür, dass alle Spritzen und
Fahrzeuge neu angemalt wurden.
Genau am 28.12.1925 wechselte die Feuerwehr nach vorherigem Stadtratsbeschluss ihr
Domizil. Das erste Feuerwehrhaus der Stadt (als „Steinkasten" bezeichnet) wurde verlassen, man ging ca.
einhundert Meter weiter in die alte Schranne.
Die Zeit ab 1933 ging auch an der Weißenburger Feuerwehr nicht spurlos vorüber. Aus dem damaligen
Kommandanten Groner wurde der „Wehrführer" Groner. Die ab Mitte 1937
angeordnete Ausbildung in Luftschutz und Gasschutz kündete die Jahre des
Zweiten Weltkrieges an.
Nachdem aber alle wehrpflichtigen Männer in dieser schwierigen Zeit auf Jahre hinaus eingezogen
wurden, mussten einige unabkömmliche Bürger den Brandschutz gewährleisten.
Dazu kamen vor allem ab 1944 dreizehn- und vierzehnjährige Weißenburger Buben
als HJ-Gruppe. Diese Buben und die übrigen Mitglieder der Feuerwehr hatten
Einsätze in den Bombenhagelnächten abzuleisten, die zur Zerstörung Nürnbergs
führten.
Die Zeit ab 1945 war eine harte Zeit für die Freiwillige Feuerwehr und die mit ihr verbundene
Stadt Weißenburg.
Das Material war unzulänglich, es musste in vielfach freiwilliger Arbeit und durch
Eigeninitiative ergänzt werden. So wurde z. B. einmal ein ausrangierter Jeep
der Amerikaner umgerüstet. Große Verdienste um den Wiederaufbau erwarb sich ab
1945 der neue Kommandant Otto Wägemann, der gleichzeitig als Stadtrat engste
Kontakte zur Stadtverwaltung knüpfte. Diese Verbindung zwischen Feuerwehr,
Stadtverwaltung und Stadtrat, auch vor dem Inkrafttreten des Bayerischen
Feuerwehrgesetzes vom 23. 12. 1981, ist wesentlich auf die Arbeit Otto
Wägemanns zurückzuführen.
Er und seine Mitstreiter hatten mit einem Rückgang von Aktiven zu kämpfen, ein Rückgang, der
auf die schwierige Zeit zurückzuführen ist, der aber durchaus in städtisch
geprägten Gemeinden als Zeichen mangelnder Bereitschaft zum Dienst an der Allgemeinheit
kritisch betrachtet werden muss.
Hatte nämlich die Feuerwehr im Jahre 1867 bereits 120 Aktive, so ging die Anzahl der engagierten
Feuerwehrmänner 1960 auf 87 und 1961 auf 77 Männer zurück.
Diese Stärke wird seitdem in etwa gehalten.
Die Unterlagen über Einsätze der Wehr zeigen, dass die Belastung von Mensch und Material immer
größer wurde. Die finanziell schwierige Aufbauphase machte es notwendig, dass
viele - im neuen Feuerwehrhaus an der Schlachthofstraße selbstverständliche -
Einrichtungen in Eigenarbeit von der Feuerwehr selbst gebaut wurden, man denke
nur an den beispielhaften Einbau von Kinostühlen in den alten Lehrsaal der
Schranne.
Eine personelle Erneuerung, von der die Feuerwehr heute noch zehrt, schaffte ab 1958 der
ebenfalls außerordentlich verdiente Kommandant und Gärtnermeister Ludwig
Huber. Er verstand es, zwischen 1958 und 1961 besonders junge Leute für diesen freiwilligen Dienst in der Daseinsvorsorge der
Gemeinde zu gewinnen. Er verstärkte die Bande zur Stadtverwaltung.
Schon damals ging man davon aus - es ist dies eine Idee, die bei der Entscheidung und dem Ringen um
den neuen Standort im Jahre 1984 von Seiten der Stadtverwaltung immer wieder
eingeführt wurde - dass Mitglieder der Verwaltung eine Art erste Einsatzgruppe
bilden müssten.
Trotz der Bemühungen um den Nachwuchs musste die Zahl der Aktiven nochmals nach unten
korrigiert werden. Diese zählten im Jahre 1968 nur noch 66 Köpfe.
In die Zeit Ludwig Hubers fällt im übrigen aus Haftungsgründen auch die Organisation der
Weißenburger Feuerwehr als „e.V.".
Wie bereits angeklungen, ist ein Abschluss mit dem Bayerischen Feuerwehrgesetz im Jahre
1981 erreicht: Die klare Trennung zwischen der Freiwilligen Feuerwehr als
öffentliche Einrichtung der Gemeinde und dem daneben bestehenden
Feuerwehrverein. Gleichzeitig entwickelte sich die Feuerwehr immer mehr zu
einem Instrument des Katastrophenschutzes. Dies wird in Weißenburg quasi auch
nach außen deutlich dadurch, dass im Jahre 1965 gerade seitens der Feuerwehr
die Gründung eines Technischen Hilfswerks (THW) abgelehnt wurde. Dabei spielten
vor allem verständliche Personalgesichtspunkte eine Rolle.
In all diesen Jahren wurden in der Schranne Ein- und Umbauten getätigt, Fahrzeuge
überarbeitet und beschafft und der Ausbildungsstand der Wehr verbessert. Die
enge Verbindung von städtischer Verwaltung und Feuerwehr wurde nach den
Vorarbeiten von Otto Wägemann und Ludwig Huber im Jahre 1969 noch stärker
dokumentiert, als der damals 27 Jahre alte Mitarbeiter in der Finanzverwaltung
der Stadt, August Knaupp, Kommandant wurde. Er - später Kämmerer der Stadt - wie
sein Nachfolger im Amte, Hubert Jaschke, Stadtgartenmeister und
Stadtbrandinspektor, modernisieren zielstrebig weiter. Bereits in ihre Zeit
gehen die ersten Bemühungen um bessere Räumlichkeiten zurück. Die einstmals
ausreichende Schranne genügte den Anforderungen der Zeit nicht mehr.
Heute ist die Weißenburger Feuerwehr Stützpunktfeuerwehr und eine der schlagkräftigsten
Wehren dieser Art außerhalb des Ballungsgebietes Nürnberg-Fürth.
Darüber hinaus ist der Weißenburger Feuerwehr neue Verantwortung durch die Gemeindegebietsreform
zugewachsen. 1972 bzw. 1978 kamen insgesamt 9 weitere Feuerwehren als
öffentliche Einrichtungen der Stadt hinzu. Dass diese Feuerwehren - alle
gleichrangig Einrichtungen der Stadt Weißenburg - zu neuen Formen der
Zusammenarbeit kommen, weil nur gemeinsam die jeweiligen Probleme bewältigt
werden können, ist Wunsch der Stadt, aber auch der Feuerwehr Weißenburg.
Die seit 1970/71 dauernde Diskussion um Erweiterung oder Neubau eines Feuerwehrhauses in der Stadt
Weißenburg hat mit dem zunächst umstrittenen Mehrheitsbeschluss des Stadtrates
vom 18. 12. 1984 ein Ende gefunden. Dieser Beschluss ist entgegen manchen
Befürchtungen vor allem in den Reihen der früher oft enttäuschten
Feuerwehrmänner ohne Zögern umgesetzt worden.
Nach diesem von der Feuerwehr abgelehnten Stadtratsbeschluss hat die Freiwillige Feuerwehr
Weißenburg konstruktiv, mit allem Nachdruck und allen Kräften an der Konzeptionierung
des neuen Feuerwehrhauses mitgearbeitet.
Die Freiwillige Feuerwehr Weißenburg i. Bay. versteht sich im Sinne des Feuerwehrgesetzes
heute als ein Zusammenschluss von Bürgern, der nicht danach fragt, was die
Stadt für sie tun kann, sondern fragt, was die Feuerwehr für die Stadt leisten
kann. Aus diesem Grunde hat die Feuerwehr in dieser Stadt eine nüchterne und
sachliche Tradition. Vielleicht spielt die reichsstädtische Vergangenheit eine
Rolle dabei. Die Weißenburger Feuerwehr leistet im einhundertzwanzigsten Jahr
ihrer Gründung als Freiwillige Feuerwehr ihren Dienst im Bewusstsein, dass
Daseinsvorsorge notwendig ist.
Für die Weißenburger Feuerwehr ist daher die Fertigstellung des Feuerwehrhauses an der
Schlachthofstraße ein entscheidender Durchbruch, um eben diese
Daseinsvorsorge für die Bürger dieser Stadt und der Region zu optimieren.
Quelle: Buch: Brand- und
Katastrophenschutz der Stast Weißenburg i. Bay. 125
Jahre Freiwillige Feuerwehr Weißenburg (1867-1992)
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