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 27.06.2008 "Großbrand eines Wohn- und Geschäftshauses in der Altstadt, Rosenstraße"


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Großbrand eines Wohn- und Geschäftshauses in der Altstadt, Rosenstraße

Zeit:

27.06.2008
22:09 Uhr - ca. 16:00 Uhr (28.06.2008)

Ort:

Rosenstraße

Art:

Großbrand

Fahrzeuge:

MZF, LF 16/12, TLF 16, DLK32/12, RW2, MTW, VLKW (mit Rollcontainer Lange Schlauchstrecke, Atemschutz und Wasserschaden), GWG mit LiMa

Treuchtlingen:
ELW, MZF, DLK, LF16 und LF8

Personal:

44 FFW Weißenburg
20 FFW Dettenheim
20 FFW Weimersheim
21 FFW Treuchtlingen
40 BRK (SEG Weißenburg, Pleinfeld, Treuchtlingen)

Großbrand einer BuchhandlungEin Wohn- und Geschäftshaus mit Buchhandlung in der Rosenstraße in der Weißenburger Altstadt stand bei Eintreffen der Weißenburg Feuerwehr bereits im Vollbrand. Eine große Rauchsäule über der Altstadt war bereits bei der Alarmierung in der ganzen Stadt zu sehen. Zur Sicherstellung der Wasserversorgung wurden umgehend die Ortsteilfeuerwehren Dettenheim und Weimersheim alarmiert, die eine ca. 1000m lange Schlauchstrecke von der Rezat bis zum Einsatzort in der Altstadt verlegten (dies wurde bereits im letzten Jahr im Rahmen der Brandschutzwoche am Objekt Andreaskirche geübt). Um den ausgedehnten Brand über den kompletten Dachbereich des Hauses zu bekämpfen wurde zusätzlich die Drehleiter der Feuerwehr Treuchtlingen alarmiert. Damit konnte über Wendestrahlrohre von zwei Drehleitern der Brand von zwei Seiten von oben bekämpft werden. Über Riegelstellungen wurden die auf zwei Seiten angrenzenden Nachbarhäuser geschützt. Damit konnte ein Übergreifen des Brandes auf die Nachbarhäuser wirkungsvoll verhindert werden. Der Wasserschaden wurde durch Einsatz von Wassersaugern minimiert.
Mittels Wärmebildkamera wurden Glutnester aufgespürt und abgelöscht. Wegen der hohen Brandlast im alten Gebäude durch gelagerte Bücher und Papier war es immer wieder nötig Glutnester abzulöschen. Die ganze Nacht und Vormittag wurde die Einsatzstelle mit einer Brandwache abgesichert.

Das BRK übernahm zusätzlich zur medizinischen Sicherung die Versorgung der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle mit Getränken, Kaffee und Brotzeit.

Laut Polizeibericht beträgt der Sachschaden etwa 1 Million Euro (je 500.000 Euro für Gebäude und Gesamtwert der verbrannten Bücher). Die Brandursache ist noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Polizeibericht:
Brand einer Buchhandlung in Weißenburg

Weißenburg (ots) - Am Freitagabend, gegen 22.00 Uhr, brach in der Weißenburger Innenstadt in der Rosenstraße ein Brand aus. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Gebäude, in dem sich eine Buchhandlung und eine Wohnung befindet, bereits in Flammen. Den alarmierten Feuerwehren aus Weißenburg, Treuchtlingen, Dettenheim und Weimersheim gelang im Zuge der Brandbekämpfung, ein Übergreifen auf die direkt angrenzenden Nachbargebäude zu verhindern. Es waren über 100 Feuerwehrleute und zwei Drehleitern im Einsatz. Im betreffenden Anwesen brannte das Obergeschoß und der Dachstuhl vollständig aus. Personen kamen nicht zu Schaden. Die einzige 83jährige Bewohnerin war bereits kurz nach Ausbruch des Brandes auf die Straße geflüchtet. Der entstandene Gebäudeschaden dürfte bei ca. 500000 Euro liegen. Der Wert der verbrannten Bücher beträgt ebenfalls ca. 500000 Euro Die Brandursache ist noch unklar. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

© Bayerische Polizei

Zeitungsbericht: Buchhandlung brannte völlig aus

Großfeuer in der Weißenburger Altstadt

Erste Schätzungen gehen von einem Schaden von einer Million Euro aus - Bewohnerlin blieb unverletzt

WEISSENBURG (rr) – Auf rund eine Million Euro summiert sich nach ersten Schätzungen der Sachschaden nach dem Brand derBuchhandlung Meyer in der Weißenburger Rosenstraße am Freitagabend. Das Feuer an dem Haus aus dem Jahr 1787 im Herzen der Altstadtwar am Wochenende Gesprächsthema Nummer eins in der Stadt und ihrem Umland. Die Brandursache ist noch unklar.

"Wohnhausbrand Weißenburg/Innenstadt, Rosenstr. 11, Wohnhaus brennt. Einzige Bewohnerin konnte Gebäude unverletzt verlassen." Solautete die SMS-Alarmierung der mittelfränkischen Polizeizentrale in Nürnberg am Freitagabend um 22.42 Uhr. Zu diesem Zeitpunktstand das Gebäude der Buchhandlung, in dessen erstem Obergeschoss sich eine Wohnung befand, bereits lichterloh in Flammen.

Gäste eines benachbarten Lokals hatten zwar länger vorher schon einen Brandgeruch ausgemacht, diesen aber nirgends zuordnenkönnen. Als sie dichten Qualm aus dem Altstadthaus gegenüber quillen sahen, war es für eine Rettung des Gebäudes aber bereits zuspät, obwohl die Weißenburger Feuerwehr nicht einmal zehn Minuten nach der Alarmierung um 22.09 Uhr am Unglücksort eintraf.

Zuvor schon hatte sich die Seniorin, die das Gebäude alleine bewohnte, in Sicherheit gebracht. Während ihre Wohnung von den Flammen zerstört wurde, fand sie Unterkunft bei ihrem Sohn.

Die Löscharbeiten gestalteten sich als sehr schwierig. Mit hohem Personen- und Geräteeinsatz sowie mit viel Können kämpften dieWehrleute gegen die Feuersbrunst. Neben dem Löschen des Brandes galt das Hauptaugenmerk der Wehrleute der Rettung der zweiunmittelbar angrenzenden Nachbargebäude. In beiden, sowohl im Friseursalon Schneider, als auch im Museumscafé entstand zwar großerWasserschaden, aber es gelang, das Übergreifen des Brandes zu vermeiden, wenn auch in allerletzter Minute. Ein Kompliment den 105 Feuerwehrleuten unter Leitung von Kommandant Klaus Knaupp und seinen Löschmeistern.

Zweite Drehleiter angefordert

Knaupp hatte rasch die Dimensionen des Feuers erkannt und die Wehren aus Weimersheim, Dettenheim und Treuchtlingen nachalarmiert.Während letztere Einsatzkräfte mit einem Löschfahrzeug und ihrer Drehleiter anrückten (Anmerkung des Webmasters: Die TreuchtlingerFeuerwehr war mit 5 Einsatzfahrzeugen und 21 Mann vor Ort), wurden die Wehren aus Weimersheim und Dettenheim sowohl unmittelbar amBrandort eingesetzt als auch mit dem Aufbau einer zusätzlichen Wasserversorgung aus der mehrere Hundert Meter entfernten Rezat betraut.

Als diese stand und auch ein weiterer Wasserkreislauf über eine Saugstelle beim Lidl-Kaufmarkt angezapft war, stand Löschwasser inausreichender Menge zur Verfügung. Anfänglich, als gleich mehrere große Rohre aus nur einem Wasserkreislauf bedient werdenmussten, sah es für Außenstehende so aus, als sei der Wasserdruck zu gering.

Entsprechende Gerüchte, die unter den zahlreichen Schaulustigen rund um den Brandort die Runde machten, wiesenStadtwerke-Geschäftsführer Peter Lang und Feuerwehrkommandant Klaus Knaupp zurück. "Mehr Wasserdruck gibt das Leitungssystem nichther", sagten beide übereinstimmend. Knaupp formulierte es drastisch: "Ein Haus in dem Zustand, wie wir es hier angetroffen haben, hatte den Todesstoß schon."

Er und seine Mannen leisteten auf jeden Fall bis Samstagmittag enorme Arbeit. Oberbürgermeister Jürgen Schröppel war am Samstagmorgen ins Gerätehaus an der Schlachthofstraße gefahren, um den Einsatzkräften zu danken. Er war auch am Freitagabend – ebenso wie mehrere Stadträte – an den Unglücksort gekommen. Buchhändler Mathias Meyer sitzt bekanntlich seit wenigen Wochen selbstals Parteiloser für die CSU im Stadtrat. Er ist übrigens bereits das zweite Mitglied des Gremiums, das in diesem Jahr Opfer einesBrandunglücks wurde. Wie berichtet, brannte das Wohnhaus von SPD-Fraktionschef Günter Kreißl vor wenigen Wochen aus.

An der Unglücksstelle hatte OB Schröppel am Freitagabend – wie viele andere Menschen auch – versucht, Meyer Mut zuzusprechen. Ernahm seinen Stadtratskollegen, der angesichts seiner vernichteten Existenz mit den Tränen rang, kurzerhand in den Arm.

Überhaupt erfuhren Meyer, seine Familie und seine Mitarbeiter noch in der Brandnacht enorme Hilfsbereitschaft. Freunde, Bekannte,Nachbarn und Feuerwehrleute packten an, um aus dem Museumsshop das Löschwasser hinauszubefördern sowie Einrichtung und Warehinauszutragen. Bis 4.00 Uhr morgens wurde tatkräftig angepackt.

Erst am nächsten Morgen – die Feuerwehr war noch dabei, versteckte Glutnester mit der Wärmebildkamera ausfindig zu machen und zu löschen – wurde das gesamte Schadensausmaß sichtbar. Dann war auch ein Brandermittler der Kriminalpolizei vor Ort. Mathias Meyerberichtete, dass dieser zur Brandursache zunächst keine Angaben machen konnte. "Er kann nur sagen, was nicht der Grund war", berichtete der Buchhändler. Am heutigen Montagvormittag sollen weitere Brandsachverständige anrücken.

Bereits am Samstag wurden erste Sicherungsarbeiten an der Ruine sowie Reparaturarbeiten am benachbarten Museumscafé sowie Aufräumarbeiten im Haus des Friseursalons Schneider vorgenommen – alles begleitet von Schaulustigen. Und auch das enorme Feuer,das am Freitagabend von weit her sichtbar über der Altstadt leuchtete, hatte viele Neugierige angezogen. In Pleinfeld bei der Primavera-Party hieß es beispielsweise, nahe der Buchhandlung Meyer sei eine Gasleitung beschädigt worden. Es habe eine Explosion gegeben und die gesamte Rosenstraße stünde in Flammen. Das hatte zur Folge, dass sich etliche Menschen Richtung Weißenburg in Bewegung setzten.

Feuerwehr, Polizei und auch der Kreisverband Südfranken des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) der ebenfalls mit 40 Einsatzkräften und zahlreichen Fahrzeugen vor Ort war, sperrten die Unglücksstelle weiträuig ab. Das BRK versorgte auch mit Unterstützung derBäckerei Weihmann und der Metzgerei Völk die Wehrleute.


Bilder Feuerwehr Weißenburg
(Bilder vom Turm der Andreaskirche: Christian Gempel
Bilder Weißenburger Tagblatt

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letzte Änderung: 30.06.2008